Fünf Mythen zur Post

Mythos 1
Die Post ist ein staatlicher Monopolbetrieb

Die PTT als staatlicher Betrieb – das war einst. 1998 wurde diese Verwaltungseinheit des Bundes aufgelöst. Es entstand die Post, eine selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt, die 2013 zur Aktiengesellschaft wurde. Das Monopol der Post auf der Zustellung von Briefen und Paketen bis fünf Kilogramm wurde schrittweise aufgehoben. Seit 2009 verfügt die Post noch über ein Restmonopol für Inlandsbriefe bis 50 Gramm. Alle anderen Dienstleistungen erbringt die Post in Konkurrenz zu anderen Anbietern auf dem Markt. In Zahlen: Das sind rund 90 Prozent ihres Umsatzes.

Mythos 2
Die Post lebt von den Steuern der Schweizer Steuerzahler

Die Post erhält für die Erbringung ihres Grundversorgungsauftrags keine Subventionen oder Steuergelder vom Bund, sondern finanziert ihn aus eigenen Mitteln. Dies im Gegensatz zu anderen Service-public-Anbietern (Gesundheit, öffentlicher Verkehr), die von der öffentlichen Hand subventioniert werden. Bei der Post fliesst das Geld sogar in die Gegenrichtung: Die Post zahlt dem Bund, ihrem alleinigen Besitzer, eine jährliche Dividende (2020 und 2019 von je 50 Millionen Franken). Zudem entrichtete die Post 2020  rund 230 Millionen Franken an Steuern und Abgaben.

Anders ist es bei PostAutoTarget not accessible. Die PostAuto-Linien werden von Bund und Kantonen bestellt und die entstehenden Defizite abgegolten.

Mythos 3
Die Post bringt Briefe und Pakete

Ja, aber nicht nur. Die Schweizerische Post ist in sechs Märkten tätig: Logistik-Services, Kommunikations-Services, PostNetz, Mobilitäts-Services, Swiss Post Solutions und PostFinance. Logistik-Services ist für die Zustellung der Briefe und Pakete zuständig, Kommunikations-Services ist im Kommunikationsmarkt tätig, bei PostNetz ist das Filialgeschäft zu Hause, Mobilitäts-Services stehen für die «Poschis» und den Transportmarkt, Swiss Post Solutions ist ein weltweit führender Anbieter von Document Management Services und bei PostFinance ist das Finanzgeschäft angesiedelt. Gleichwohl sind und bleiben Briefe und Pakete das Rückgrat der Post. Logistik-Services erwirtschaften mehr als die Hälfte des Betriebsertrags der Post.

Mythos 4
Die Post baut ihr Postnetz ab

Das Postnetz wird nicht reduziert, die Anzahl der Zugangspunkte steigt: Es gibt stets mehr Filialen mit Partner, My Post 24-Automaten, Hausservices, Aufgabe- und Abholstellen sowie Geschäftskundenstellen. Einzig die Zahl der eigenbetriebenen Filialen sinkt. Dass eigene Poststellen für die Post kein Auslaufmodell sind, zeigt, dass wir derzeit 300 Filialen modernisieren. Ende 2020 gab es im Postnetz bereits 4742 Zugangspunkte. Bei den 1194 Filialen mit Partner sollen in den nächsten Jahren noch etwa 100 dazukommen. Bis Ende 2020 hat die Post die Anzahl Standorte mit My Post 24-Automaten auf 183 ausgebaut. Hier können die Kunden rund um die Uhr Postdienstleistungen in Anspruch nehmen.

Mythos 5
Die Post kümmert sich zu sehr um Innovation und zu wenig um ihr Kerngeschäft

Nein, denn Innovationen und Kerngeschäft lassen sich gar nicht scharf trennen. Das Kerngeschäft – die Übermittlung von Informationen, Waren und Geldwerten – findet mehr und mehr in der digitalen Welt statt. Innovationen sind dabei unumgänglich: Zuallererst im bestehenden Geschäft, beispielsweise indem Pakete digital an den Abholort gesteuert werden können. Wegbrechende Briefvolumen sollen künftig mit digitalen Informationsplattformen kompensiert werden, wie beispielsweise mit der ePost-App. Aber auch Drohnen und selbstfahrende Postautos sind keine Spielereien, sondern mögliche Entwicklungsperspektiven, die es zu testen gilt.